Risikobarometer Umwelt & Gesundheit

Der Risikobarometer Umwelt & Gesundheit von Risikodialog und AGES widmet sich der Risikowahrnehmung und dem Informationsstand der österreichischen Bevölkerung zu Umwelt- und Gesundheitsthemen.

In der Erhebung 2017 zeigt sich, dass vor allem die Themen soziale Ungleichheit, Umweltverschmutzung und Klimawandel die ÖsterreicherInnen beunruhigen. Die Themenfelder Ernährung und Gesundheit werden hingegen als weniger besorgniserregend beurteilt. 

 

Grundlage für den Risikobarometer 2017 ist eine repräsentative Online-Umfrage von 1018 ÖsterreicherInnen durch Pitters Trendexpert von Juni 2017. Die soziodemographischen Variablen wie Geschlecht, Alter und Marktforschung gegenübergestellt.

 

Bei allen 2007 und 2017 erhobenen Risiken ist die Beunruhigung zurückgegangen. Einzig das Thema Datenschutz ist bei den Frauen gleichgeblieben. Bei allen Themen sind Frauen beunruhigter als Männer, signifikant bei Umweltverschmutzung, Digitalisierung, Lebensmittelsicherheit, Ernährungsqualität und Epidemien/Tierseuchen.

 

Risikowahrnehmung

In Bezug auf Klimawandel, Umweltverschmutzung, Gesundheit und Ernährung beunruhigen in erster Linie hormonähnliche Stoffe in Lebensmitteln, Körperpflegeprodukten und anderen Produkten, die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt, schwindende Gletscher, Auswirkungen von Chemikalien und Schadstoffen auf die Gesundheit des Menschen, Gefahren durch häufige und intensivere Starkniederschläge, aber auch Täuschung des Konsumenten durch unrichtige Information auf Lebensmittelverpackungen und Antibiotikarückstände. Am wenigsten beunruhigen bei diesen Themen die Boden- und Wasserqualität, Krankheitserreger und Pflanzenkrankheiten, genauso wie krankmachende Keime in Lebensmitteln.

 

Beim Thema Klimawandel beunruhigen vor allem die schwindenden Gletscher und die Gefahren durch häufige und intensivere Starkniederschläge wie bei­spielsweise Hochwasser oder Muren. Eingewanderte Pflanzen und Tierarten sowie die steigende Zahl an Hitzetagen und Hitzewellen besorgen am wenigsten.Die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt und die Abfallmengen und der Umgang mit Abfall beunruhigen beim Thema Umweltverschmutzung am meisten, während die Boden- und Wasserqualität am wenigsten Sorgen bereiten.

 

Auswirkungen von Chemikalien und Schadstoffe durch Luft, Lärm, Pflanzenschutzmittel auf die menschliche Gesundheit beunruhigen am häufigsten, gefolgt vom Thema Antibiotika und Resistenzen. Krankheitserreger generell besorgen wenig. Krankmachende Keime in Lebensmitteln, die vor allem von AGES-ExpertInnen als größtes Risiko für die Menschen beurteilt werden, sind für fast die Hälfte der Befragten kein Grund zur Besorgnis.Das Thema hormonähnliche Stoffe in Lebensmitteln, Körperpflege- und anderen Produkten besorgt im Bereich Ernährung am meisten, gefolgt von der Täuschung des KonsumentInnen durch unrichtige Informationen auf den Lebensmittelverpackungen. Wie auch schon bei früheren Befragungen in Österreich gibt das Thema Fehl- und Überernährung am wenigsten Anlass zur Besorgnis.

 

Informationsbedarf

Ausreichend informiert fühlen sich die ÖsterreicherInnen vor allem über das Thema Fehl- oder Überer­nährung aber auch über die steigende Zahl an Hitzetagen und häufigere Hitzewellen sowie Gefahren durch häufige und intensivere Starkniederschläge. Informationsbedarf gibt es hinsichtlich Umweltrisiken durch eingewanderte Pflanzen- und Tierarten sowie abnehmende Grundwasserstände als Folgen des Klimawandels. Erhöhten Informationsbedarf haben die ÖsterreicherInnen laut eigenen Angaben auch zu den Themen Bodenqualität und Flächenverbrauch sowie zur Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt.

 

Vertrauen in Institutionen

In Öster­reich wird bei Risikothemen der Wissenschaft und den ÄrztInnen am meisten vertraut, gefolgt von Nicht-Re­gierungsorganisationen und Interessensvertretungen. Das geringste Vertrauen hat derzeit die Politik und auch der Wirtschaft wird kaum Vertrauen entgegen­gebraucht. Im Gegensatz zu früheren Untersuchun­gen (Eurobarometer 2010) wird auch den Medien in Österreich weniger vertraut. Waren 2010 noch über zwei Drittel der ÖsterreicheichInnen sehr zuversicht­lich, dass diese korrekt über Gefahren informieren und vertrauten den Aussagen, sind es 2017 26 % der Bevölkerung, die die Medien noch als vertrauenswür­dig einschätzen. Der Vergleich mit den Daten von 2007 zeigt, dass es einen generellen Vertrauensverlust gibt, einzig bei den NGOs ist das Vertrauen leicht angestiegen

 

Verhaltensänderung durch Risikoberichte

In Österreich ignorieren 5 % der Bevölkerung Berichte über mögliche Risiken, fast ein Viertel der Bevölkerung ist besorgt, unternimmt aber nichts. 34 % verändern vorübergehend die Gewohnheiten, ein Viertel jedoch dauerhaft. Bei den Befragten gibt es im 10-Jahresvergleich Unterschiede hinsichtlich der Bereitschaft, das eigene Verhalten angesichts von Risiken zu ändern. Generell ist die Bereitschaft gestiegen, nach dem Lesen von Risikoberichten das Verhalten dauerhaft zu verän­dern. Wie 2007 ändern auch 2017 mehr Frauen als Männer ihr Verhalten aufgrund eines Risikoberichts. Insgesamt ändern laut aktueller Erhebung über 60 % aller Befragten zumindest eine Zeit lang ihr Verhal­ten. Während 2007 knapp die Hälfte der Befragten trotz Wissens um ein Risiko passiv blieb, ist es 2017 nur mehr ein Drittel der ÖsterreicherInnen, das seine Gewohnheiten nicht verändert.

 

Risikobarometer Umwelt & Gesundheit [PDF, 1.0MB]

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