Science Event: Demografische Entwicklungen

(28.1.2008) Globale und regionale Szenarien und Prognosen, gesellschaftliche Handlungsoptionen und Lösungsansätze, um dem demografischen Wandel und seinen möglichen Folgen für die Umwelt zu begegnen, standen am 24. Jänner 2008 im Mittelpunkt der Initiative Risiko:dialog. Die weit über 100 TeilnehmerInnen erwartete eine Mischung aus Impulsstatements, Interviews und Diskussion beim Science Event im Wiener RadioKulturhaus.

 

Das weltweite Bevölkerungswachstum wird in der 2. Hälfte des 21. Jahrhunderts mit ca. 9 Milliarden Menschen seinen Gipfel erreichen und danach wieder sinken. Eine gute Nachricht? Ja und nein, waren sich Wolfgang Lutz, Institut für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Reiner Klingholz, Berlin-Institut für Bevölkerung, einig. Ja, weil das Ende des Wachstums sich positiv auf die Umwelt auswirken könnte und die Armutsbekämpfung nicht zusätzlich erschwert wird. Nein, weil noch nicht klar ist, wie mit der Alterung der Gesellschaft umgegangen wird. Die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter wird in Deutschland bis 2050 um 30% abnehmen, während die der über 80jährigen um 170% zunehmen wird. Die Migration - einziger Einflussfaktor für ein Bevölkerungswachstum - ändert an diesem Trend nichts.

Ressourcen und Demografie

 

Die natürlichen und erneuerbaren Wasserressourcen reichen weltweit aus, um alle Menschen auch 2050 mit Wasser zu versorgen. Die Schwierigkeiten sind und bleiben dabei die Verteilung und die Qualität des Wassers, hob Jürg Staudenmann vom UN Development Programme hervor. Anders stellt sich die Situation in der Nahrungsmittelproduktion dar - in den letzten acht Jahren war die globale Getreidenachfrage stets höher als das Angebot. Das bedeutet, dass die Ära der Nahrungsmittelüberschüsse zu Ende geht, stellte Cornelia Rauchberger vom UN World Food Programme fest.

 

Jens Dangschat, TU Wien, wechselte mit seinem Statement von den weltweiten Szenarien und Prognosen zur europäischen Perspektive. Er kritisierte, dass der demografische Wandel und die damit verbundenen Folgen nur langsam ins Gespräch kommen. Zu lernen, nicht mehr in Kategorien des Wachstums zu denken, sieht er als zentrale Herausforderung der nächsten Jahre. Dass die Folgen bereits sichtbar werden, zeigen die präsentierten Fakten: schrumpfende Regionen durch verstärkte (Binnen-)Wanderung in Städte und deren Umland. Dass die Demografie auch Chancen birgt, etwa für die Verkehrsplanung, zeigte Bettina Urbanek vom VCÖ auf: Nachhaltige Mobilitätskonzepte, die die gesellschaftlichen Entwicklungen erfordern, inkludieren Kostenwahrheit im Personen- und Güterverkehr, eine verkehrssparende Raumordnung und eine Politik der kurzen Wege.

 

Im Dialog mit dem Publikum diskutierten Karl Kienzl, Umweltbundesamt, Marina Fischer-Kowalski, IFF Klagenfurt, Rainer Klingholz, Klemens Riegler, Ökosoziales Forum und Alexandra Strickner, ATTAC/IATP über Wohlstand, Zugang zu Ressourcen und Nutzungsansprüche. Moderiert von Gottfried Sperl, DER STANDARD, berichteten die PodiumsteilnehmerInnen auf Anfrage aus dem Publikum, wie sie ihren ökologischen Fußabdruck schrumpfen. Im Zentrum der Diskussion stand eine neue Kultur im Umgang mit der Umwelt und mit den menschlichen Bedürfnissen.

Die Initiative Risiko:dialog

Die Initiative Risiko:dialog von Radio Österreich 1 und Umweltbundesamt initiiert und gestaltet Dialoge zu Risikothemen mit potenziellen Auswirkungen auf Umwelt, Technologie, Wirtschaft und Gesundheit. Unterstützt wird sie von den Partnerinstitutionen Lebensministerium, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Forschungsförderungsgesellschaft und Universität für Bodenkultur. Die Verbund-Austrian Power Grid AG ist Sponsorpartner der Initiative Risiko:dialog, Medienpartner ist DER STANDARD.

Der Science Event bildete einen weiteren Schwerpunkt im Thema "Demografischer Wandel" der Initiative Risiko:dialog. Den Auftakt machte die Sendereihe "Der demografische Wandel und seine Folgen. Sind weniger vielleicht mehr?" im Ö1-Radiokolleg im November 2007.

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