Risikobarometer Umwelt & Gesundheit 2018

Auch im Jahr 2018 haben Risikodialog und AGES den Risikobarometer zu Umwelt- und Gesundheitsthemen durchgeführt. Es zeigte sich bei der  Umfrage unter mehr als 600 Personen ein ähnliches Bild wie im Jahr 2017: Soziale Ungleichheit, Klimawandel und Umweltverschmutzung beunruhigen unter den abgefragten Risiken am meisten . Zugenommen hat die Besorgnis bei sozialer Ungleichheit, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Energieversorgung und Digitalisierung. Abgenommen hat die Besorgnis im Bereich Gentechnik, Datenschutz, Ernährungsqualität, Ernährungsversorgung und Lebensmittelsicherheit.

Risikothemen

Beim Thema Umweltverschmutzung beunruhigen vor allem die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt, Abfallmengen und der Umgang mit Abfall genauso wie das Thema Flächenversiegelung und -verbrauch. Bis auf das Thema Bodenqualität kam es zu keiner Zunahme der Beunruhigung. Insgesamt ist die Besorgnis für das Thema Lebensmittel (65 % aller Befragten sind sehr besorgt) höher als für das Thema Umweltverschmutzung (56 % aller Befragten sind sehr besorgt).

 

Gentechnik, Chemie, giftige Zusatzstoffe, verseuchte Lebensmittel und Pestizide sind die Risiken, die die ÖsterreichInnen spontan am meisten in Bezug aus Lebensmittel beunruhigen. Besonders beunruhigt ist die österreichische Bevölkerung auf Nachfrage über Antibiotikarückstände in Lebensmitteln, Täuschung durch unrichtige Informationen und hormonähnliche Stoffe.

 

Qualität und Frische sind für die Befragten die wichtigsten Kriterien bei Lebensmitteln. Gefolgt von der Sicherheit bei Lebensmitteln und der Gentechnikfreiheit. Die Herkunft von Lebensmitteln, Nachhaltigkeit, Regionalität und Saisonalität liegen in der Wichtigkeit vor biologischen Lebensmitteln.

 

Generell hoch ist das Vertrauen der ÖsterreicherInnen in Gütesiegel und Kennzeichnungen auf Lebensmittelverpackungen. Bei den Gütesiegeln genießen Gütesiegel, die durch öffentliche Stellen vergeben werden und Bio-Gütesiegel das höchste Vertrauen, während man Gütesiegeln von Vereinen und NGOs am wenigsten vertraut, obwohl auch hier fast die Hälfte der Befragten diesen vertrauen. Den Angaben zum Mindesthaltbarkeitsdatum, zur Nährwertkennzeichnung und zur Zutatenliste auf Lebensmittelpackungen vertrauen rund zwei Drittel der Befragten.

Risikoverhalten

Die Bereitschaft, das eigene Verhalten nach dem Lesen von Risikoberichten zu ändern, steigt stetig an. Knapp zwei Drittel der ÖsterreicherInnen ändern nach eigenen Angaben ihre Gewohnheiten zumindest kurzfristig, wenn sie Berichte über Risiken verfolgt haben, ein Drittel tut dies dauerhaft.

 

Der Anteil an Befragten, die sich sorgen, aber nichts unternehmen, ist im Vergleich zu 2017 gesunken.

Risikotypen: von den Jungen bis zur Generation 65+

Um ein genaueres Bild der österreichischen Bevölkerung in Bezug auf Risikowahrnehmung und –verhalten zu erhalten, wurden unterschiedliche Risikotypen nach vier Altersklassen, getrennt nach Geschlecht, eingeteilt:

 

• Youngster (16 – 24 Jahre)

• Mid-Ager (25 – 44 Jahre)

• Best-Ager (45 – 64 Jahre)

• Generation 65+ (ab 65 Jahren)

 

Die spezifische Auswertung nach Alter und Geschlecht zeigt Unterschiede in der Risikowahrnehmung, der Nutzung von Informationsquellen, aber auch im Verhalten nach dem Lesen von Berichten über Risiken.

 

So sind beispielsweise die männlichen Youngsters am wenigsten besorgt und die Generation 65+ am meisten. Das Lesen von Risikoberichten führt vorwiegend bei weiblichen Best-Agers und der Generation 65+ zu langfristigen Verhaltensänderungen. Die männlichen Youngsters ignorieren Risikoberichte am häufigsten. Diese Ergebnisse dienen vor allem als Basis für die zukünftige zielgruppenspezifische Risikokommunikation und –information.

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  • Risikodialog und AGES

    Risikobarometer Umwelt & Gesundheit

    Risikowahrnehmung und Informationsstand der ÖsterreicherInnen zu Umwelt- und Gesundheitsthemen.